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Jede gute Geschichte braucht dramatische Momente, in denen die Fäden der Erzählung zusammenlaufen und auf Herausforderungen und Konflikte für die Held*innen zugespitzt werden. Um Schüler*innen zu zeigen, welche Chancen und Herausforderungen digitale Medien mit sich bringen können, werden wir im Frühjahr 2022 in Kooperation mit der Stadt Wiesbaden an einer Schule dramatische Momente der Medienbildung erleben. Gemeinsam mit Schüler*innen werden wir ein sogenanntes „Drama-Game“ entwickeln. Hierbei handelt es sich um ein kurzes, auf einen Konflikt zugespitztes Rollenspiel. Durch das Spiel werden die Teilnehmer*innen auf Probleme, aber auch Möglichkeiten innerhalb eines Themenfeldes aufmerksam gemacht und können die Spielerlebnisse im Rahmen einer Reflexion auf ihre Lebenswelt übertragen. Durch das Erleben im Spiel entsteht so ein nachhaltiges Lernerlebnis.

Zu den genauen Inhalten und der Story unseres Drama-Games können wir an dieser Stelle noch nichts verraten. Der Grund? Wir wissen selbst noch nicht, wie das Spiel am Ende aussehen wird. Das liegt ganz in den Händen der Schüler*innen. Über den Verlauf eines Halbjahres entwickeln diese mit unserer Hilfe das Drama-Game und die dazugehörigen Inhalte selbst. Wir geben – wo immer nötig – Input und unterstützen die Schüler*innen mit Fachinformationen und Ideen. Im Anschluss gehen die Teilnehmer*innen mit dem Spiel auf Tour und ermöglichen es anderen Jugendlichen, das Drama-Game zu erleben, um im Anschluss über das Thema Medien ins Gespräch zu kommen. Durch diesen Ansatz der Peer-Education findet Medienbildung von Schüler*innen durch Schüler*innen statt und ermöglicht so eine Reflexion und Wissensvermittlung auf Augenhöhe. Durch den spielerischen Ansatz des Drama-Games wird dabei dafür gesorgt, dass Erleben und Diskutieren im Vordergrund steht, um den Jugendlichen einen Zugang zum Thema Medienbildung zu ermöglichen, der zu ihrer Lebensrealität passt.

Als Rahmen für die Erstellung des Drama-Games und die anschließende Reflexion dienen uns die vier Dimensionen der Medienkompetenz nach Dieter Baacke. Wir werden während der Erarbeitung sicherstellen, dass jeder Kompetenzbereich abgedeckt wird und von den Teilnehmer*innen bei der Durchführung besprochen werden kann. Ganz besonders wichtig ist uns aber, dass es trotz des Inputs ein Projekt von Schüler*innen für Schüler*innen bleibt. Durch das Drama-Game wollen wir den Teilnehmer*innen neue Betrachtungsmöglichkeiten von digitalen Medien anbieten, dabei aber auch anerkennen, dass Jugendliche die besten Expert*innen für ihre eigene Lebensrealität sind. Wir wollen sie daher mit unserem Projekt dazu einladen, Medienbildung so zu gestalten, wie sie sich diese wünschen würden und mit dem Drama-Game einen Raum für Erlebnisse und Experimente zu schaffen, um den berühmte Blick über den Tellerrand zu wagen. Wir sind gespannt auf das Ergebnis und werden hier im Blog natürlich darüber berichten.

Das Projekt „Drama-Game Medienbildung“ wird nach dem ersten Durchlauf in Wiesbaden auch für andere Schulen und Bildungsträger als Workshop zur Verfügung stehen. Anfragen für eine Durchführung ab dem 3. Quartal 2022 können bereits jetzt gerne an Dominik Rehermann gestellt werden.